Einbruchschutz & optimierte WoMo-Sicherheit

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Wir mussten leider in Dänemark die Erfahrung machen, dass man neue Camper-Modelle superleicht knacken kann. Von WoMo Sicherheit keine spur! Aus dieser absolut unnötigen Diebstahl-Erfahrung könnt ihr jetzt aber lernen – damit euch sowas Dummes nicht passiert.

Vorweg für euch als Informationen: Weder dieser Artikel noch die Videos dienen irgendeiner Panikmache. Wir waren einfach nur schockiert darüber, wie einfach ein solcher Einbruch möglich ist und möchten deshalb andere warnen. Wenn ihr von dem Problem bereits wusstet, super. Es gibt aber auch noch genug Reisende, die keine Ahnung haben.

Wenn ihr also im Reisemobil unterwegs seid, Freunde mit Wohnmobilen habt oder eure Eltern sich gerade einen Wohnwagen gegönnt haben – Sicherheit auf Reisen geht uns alle an. Ob Kastenwagen oder klassischer Fahrer eines Reisemobils – jedes Fahrzeug hat höchstwahrscheinlich Mängel in puncto Einbruchschutz. Tatsächlich kommen Einbrecher oft gerade im Urlaub – Wohnmobil-Sicherheit sollte daher einfach ein Thema sein, mit dem sich jeder schon mal beschäftigt hat. Was ihr daraus macht, ist letztendlich eure Sache.

Sicherheit im Camper: Mit dem Wohnmobil nach Dänemark

Die Hintergrundstory ist leicht erklärt: Wir reisen seit 4 Jahren durch die Welt, vor Campervan Kasimir hatten wir ein altes Auto: Hans. Seit Anfang 2022 gibt es Kasimir, einen Peugeot Boxer Camper, und seit Ende Mai 2022 leben und reisen wir Vollzeit. Wir arbeiten von unterwegs und wohnen im Auto.

Den April haben wir in Italien verbracht, eine Probereise, ob alles „inhaltlich“ im Camper passt. Auch wenn das Reisen an sich nicht neu für uns ist – ein neues Reisemobil will eingelebt und getestet werden. Anfang Juni startete dann unsere eigentliche Reise: Open End und quer durch Europa. Als Start haben wir Skandinavien auserkoren. Auch dort waren wir schon mal mit dem Wohnmobil und haben gute Erfahrungen gemacht. Übernachten in der Natur ist problemlos möglich und in Bezug auf Sicherheit hatten wir dort eigentlich nie Bedenken.

Neue Erfahrungen machen

Um mal neue Erfahrungen zu sammeln, haben wir diesmal den Fährweg von Fehmarn aus nach RØdby. 45 Minuten Fahrt mit dem Wohnmobil im Bauch der Fähre bei bestem Wetter und ruckzuck waren wir in Dänemark. Dort fing allerdings die Sucherei an: Der Stellplatz hinter der Grenze war durch eine Baustelle abgesperrt. Da die Uhr sich schon der späten Abendstunde näherte, musste also eine Lösung her. Wir fällten die Entscheidung, auf einem Rastplatz zu übernachten und am nächsten Vormittag zügig weiterzufahren.

Die Nacht war ruhig, am Vormittag waren wir die ganze Zeit im Auto. Wir haben ein wenig vorgearbeitet und dann den Müll rausgebracht – unsere Hündin mit dabei, die konnte parallel auf der kleinen Wiese schnell noch Gassi. Danach ging es für uns weiter nach Kopenhagen. Aufgrund der guten Erfahrungen haben wir uns nie besondere Gedanken um Sicherheit im Wohnmobil gemacht/machen müssen. Ein Fehler, der uns nun auf die Füße fallen sollte.

Man hört ja allerlei Horrorstories: Von Einbrechern, die im Schlaf das ganze Auto leerräumen bis hin zu Opfern, die durch vorgetäuschte Pannen oder im Urlaub beklaut und ausgeraubt wurden. Da wir die Einsamkeit lieben, Menschen eher meiden und bisher nie in zwielichtige Situationen gekommen waren… Sie kennen das. Das Thema WoMo Sicherheit ist schnell vernachlässigt, solange es einen nicht betrifft. Genauso wie der Einbruchschutz.

Einbruch ins Wohnmobil: Sekundenschnell & zielgenau

Wir sind also mit Trixi zurück am Auto und fahren nach Kopenhagen. Natürlich haben wir nicht alles einzeln überprüft vor der Abfahrt – wir waren gerade mal fünf Minuten nicht am Wohnmobil und die Türen waren zugesperrt. Das war der zweite Fehler, denn was wir in dem Moment nicht wussten: Diese fünf Minuten haben völlig ausgereicht, damit einer oder mehrere Diebe unterhalb des Fahrertür-Schlosses ein minimales Loch einstechen, die Zentralverriegelung aushebeln, den Camper betreten, sämtliche Taschen und Portmonees durchsuchen, leerräumen und exakt wieder so drapieren, wie vorgefunden.

Kein Witz.

Wir haben nichts bemerkt. Da wir zumeist durch die Schiebetür ein- und aussteigen, ist uns auch das Loch nicht aufgefallen. Es ist so banal, aber schaut ihr euch jedes Mal die Türen rundum an, wenn ihr keinerlei Verdachtsmoment hattet? Oder nehmt ihr eure Geldbörsen mit zum Müllrausbringen? So viel also zum Thema WoMo Sicherheit. Grüße gehen raus an unsere eigene Naivität, den Preis dafür durften wir allzu schnell zahlen.

Sightseeing & ein jähes Ende: Augen auf beim Tasche packen

Wir fuhren also weiter nach Kopenhagen, ohne von „unserem Glück“ etwas zu ahnen. Vor Ort parkten wir wie viele weitere Wohnmobile in einer Seitenstraße, dank dem Wochenende auch noch völlig kostenlos. Tim schmiss noch hektisch sein Portmonee in den Rucksack und schon machten wir uns auf den Weg. Zehn Minuten Fußweg entfernt kam die erste Sehenswürdigkeit: Ein Kastell (eine Festung) aus dem 17. Jahrhundert. So ging der Tag ins Land, wir konnten die wunderbare Stadt genießen und viele Fotos schießen. Wie viele Besucher der Anlage und der Aussichtspunkte liefen wir unbekümmert durch Kopenhagen.

Gemütlich auf dem Rückweg kauften wir dann noch Postkarten für unsere Eltern und wurden schlagartig auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt: Kein Bargeld im Portmonee. Ratlose Blicke. Hatten wir die „dicken Scheine“ doch umgeräumt? Wir haben kurz vor Reiseantritt noch die Küche unserer Mietwohnung verkauft und daher den Erlös daraus noch bei uns gehabt – mehrfach kam sogar das Thema auf, das Geld aus dem Portmonee umzuräumen. Gemacht haben wir es leider nie. Ich wiederhole: So viel zum Thema Sicherheit. Der Preis für Dummheit ist hoch.

Die Postkarten wurden zügig mit Karte bezahlt und dann rannten wir mehr oder weniger zurück zum Wohnmobil. Dort angekommen haben wir den Rucksack auf komplett umgekrempelt, ebenso die Kleidung vom Vorabend – unser Verdacht war da noch, dass das Geld vielleicht in der Hektik herausgerutscht war. Doch schnell wurde klar, dass das nicht der Fall ist. Ich hatte zum Städtetrip meine Geldbörse nicht mitgeführt, die Handtasche lag mehr oder weniger sichtbar unter ein paar Kleidungsstücken auf der Sitzbank.

Da nun klar war, dass wir das Geld nicht aus Schusseligkeit im Rucksack verloren hatten, ging der nächste Griff zur Handtasche – und uns wurde eiskalt. Alle Reißverschlüsse waren offen. Alle Fächer im Portmonee waren offen. Bis auf ein paar Kupfermünzen und glücklicherweise alle Dokumente war alles an Bargeld weg. Alles. Welche Erklärung gab es?

Diebstahl im Ausland - und jetzt?

Nach dem ersten Schock versuchten wir zu rekonstruieren, wo wir wann gewesen waren. Der Abend zuvor – Fährfahrt. Wir haben Snacks mit Bargeld bezahlt und immer alles am Mann geführt. Am Morgen – wir waren im Auto. Kopenhagen – Tim hatte sein Portmonee mit, ich nicht. Daher schied ein klassischer Großstadt-Raub aus. Doch Moment – wir haben auf dem Rastplatz kurz das Wohnmobil verlassen. Wir waren beim Mülleimer, ohne alles. Ernsthaft jetzt?

Es folgte Fehler 3 – wir dachten, wir hätten das Fahrzeug nicht richtig abgesperrt und jemand ist im Müllwegbring-Zeitraum durch die Schiebetür rein, an unsere Sachen, und wieder raus. Eigener Fehler, saudumm gelaufen, sei’s drum. Leider haben wir nunmehr Zeit damit zugebracht, uns über unsere Dummheit zu ärgern, statt die Augen aufzumachen und über unsere Sicherheit nachzudenken. Nichts außer dem Bargeld fehlte, Karten und Dokumente waren auch noch alle da. Also alles gut? Sollte das die simple Erklärung sein? Tatsächlich haben wir sogar noch Polizeistationen in Kopenhagen gegoogelt, aber alle hatten Sonntags Nachmittags geschlossen.

Was jetzt? In so einer Situation waren wir noch nie. Man musste einen Diebstahl doch melden? Aber wir waren doch vermeintlich selbst Schuld – was sollten wir also anzeigen. Von unseren eigenen Gedanken geblendet kontrollierten wir die Türen nicht und fuhren auf schnellstem Weg raus aus Dänemark. Raus aus einem Land, von dem wir nichts weiter sehen wollten. Wo man uns so übel mitgespielt hatte.

Und raus aus einem Land, welches später eine überragende Rolle für unseren Einbruchschutz am Wohnmobil spielen sollte. Es geht nicht darum, mit dem Finger auf Dänemark zu zeigen. Aber nach all den komischen Ecken, die wir so besucht und bereist haben, ist es fast schon ironisch, dass wir in Skandinavien an unserer WoMo Sicherheit zweifeln sollten.

Wenn man keine Ahnung hat was man tun soll

Ich rief noch eine befreundete deutsche Polizistin an, die sagte mir nur, man übernachtet nicht auf Rastplätzen – Diebstähle und Einbrüche sind dort nicht selten. Manchmal lauern dort sogar extra organisierte Kriminelle, die Autos und Wohnmobile ausspähen und nur auf einen Fehler der Urlauber warten.

Das bekräftige uns in unserem Verdacht, wir hätten mit der Verriegelung der Türen gepatzt und jemand, der das bemerkte, hätte einfach die Gunst der Stunde für einen Einbruch genutzt. Wir haben nicht einen Moment an fehlenden Einbruchschutz oder fehlende Sicherheit gedacht – warum auch.

Wie falsch wir doch lagen.

Einbrecher im Kastenwagen: Grüße an der Fahrertür

Freistehen ist in skandinavischen Ländern und vor allem in Schweden und Norwegen kein Problem. Wir nutzten daher unsere Erfahrung, besorgten uns auf den Schock ein Abendessen2go und steuerten einen einsamen Platz im schwedischen Wald an. Dort verbrachten wir eine sehr ruhige Nacht – obwohl an Schlaf kaum zu denken war, zu unangenehm der Gedanke, dass jemand Fremdes scheinbar einfach in unser Wohnmobil spazieren konnte.

Am nächsten Morgen zur Gassizeit folgte dann jedoch schnell der nächste Schock: Als wäre es nicht schlimm genug, dass jemand „mal eben“ unser gesamtes Bargeld entwenden konnte, sahen wir uns plötzlich mit der Tatsache konfrontiert, dass man ein Fahrzeug Baujahr 2021 „mal eben“ aufbrechen konnte: Wir hatten ein Loch in der Tür.

Einstichloch vom Einbruch Fahrertür

Klein und für einen flüchtigen Blick kaum sichtbar – und doch eindeutige Grüße von einem Einbrecher.

Wie gesagt mussten wir uns bis dato nie Gedanken um Diebstahlschutz oder Einbrecher machen – in unserem 20 Jahre alten WoMo Hans war das nie ein Thema gewesen. Zu lange haben wir uns auf unser Gefühl der Sicherheit verlassen. Nun konnten wir live und in Farbe ein Foto von unserer Dummheit machen. Denn mit den Einbruchsspuren an der Fahrertür des Fahrzeuges war unsere zu-dumm-zum-Abschließen-Theorie hinfällig und wir mussten den Fall der Versicherung melden – und damit auch der Polizei.

E-Mail an die Dansk Politi

Mit den Spuren der Einbrecher an der Tür begann unser Problem: Mit Sprachbarriere eine Straftat zu melden ist gar nicht mal so einfach. Mit dem Reisemobil zurück zur Raststätte kam nicht infrage – mittlerweile lagen mehrere hundert Kilometer zwischen uns. Die schwedische und deutsche Polizei schieden ebenfalls aus – die Straftat hat in einem anderen Land stattgefunden. Wir hofften also auf stabile Englischkenntnisse. Diese sind in Skandinavien normalerweise an der Tagesordnung.

Fortschrittlich wie die Skandinavier sind, dachten wir an E-Mail – doch es gab keine E-Mail-Adresse. Der Service, den wir aus Deutschland kannten – man stellt eine Anzeige online – war in Dänemark ausschließlich Einheimischen vorbehalten. Ohne Bürger-ID kamen wir gar nicht über die Startseite hinaus. Zum Glück funktionierte die Zentralverriegelung nach wie vor und auch Türen und Schlösser waren intakt – so hatten wir wenigstens die Zeit, in Ruhe zu suchen.

Nach langem Hin und Her fanden wir schließlich mit viel Google-Übersetzer-Kunst und Fantasie heraus, dass es auf der Webseite der Dansk Politi, der dänischen Polizeibehörde, einen weiteren aus Deutschland bekannten Service gibt: Das Melden einer verdächtigen Handlung/Beobachtung/das Geben eines Hinweises.

Wir konnten zwischen mehreren Kategorien wählen und entschieden uns schließlich für die Rubrik, die einem Einbruch-Diebstahl am nächsten kam. Menü wird übrigens aus dem Dänischen ins Englische ins Deutsche mit „Speisekarte“ übersetzt! Man trifft immer wieder auf unerwartete Herausforderungen.

Nun mussten wir also den Preis für unsere Unerfahrenheit zahlen – eine holprige Übersetzung mit wahrscheinlich grundfalschem Satzbau auf Englisch, über eine Straftat deren Vokabeln wir mit Sicherheit nicht in der Schule gelernt haben. Etliche Minuten und Tonnen an Hirnschmalz später hatten wir schließlich einen halbwegs verständlichen Text zusammengeschustert, der sogar alle W-Fragen enthielt und unsere E-Mail-Adresse sowie Telefonnummer. Wir klickten auf Absenden.

Und es passierte nichts.

„Thanks for the Tip!“ stand in großen Lettern auf der Webseite, doch wir bekamen keine Eingangsbestätigung und schon gar keine Antwort. Wir beteten nur, dass die Webseite nicht meinte, Danke fürs Trinkgeld. Ein paar Tage später schickten wir schließlich einen zweiten Versuch ab. Wieder nichts. Vorgestern machten wir uns den Spaß und suchten die dänische Polizei auf Instagram – und tatsächlich. Nur ein paar Stunden später bekamen wir in gut verständlichem Englisch eine sinnvolle hilfreiche Antwort: Wir möchten bitte die Polizei-Infohotline in Dänemark anrufen. Dort würde man uns helfen, die Straftat zur Anzeige zu bringen.

Der Preis für die eigene Dummheit: Telefonansagen auf Dänisch

Wer in Deutschland jemals irgendeine Service-Hotline angerufen hat kennt sie: Die automatische Bandansage, die die Anrufer vorsortieren und mit dem richtigen Ansprechpartner verbinden soll. Die dänische Polizei-Hotline hat eine solche Ansage, logischerweise auf Dänisch, die jedoch so schnell spricht, dass Google Übersetzer nicht folgen kann.

Irgendwann sind wir dahintergekommen, dass man die Postleitzahl haben möchte, um mit der richtigen Polizeistation verbunden zu werden. Wir gaben die PLZ des Rastplatzes an und hofften. Tatsächlich wurden wir zu einer sehr netten Polizistin durchgestellt, die gutes Englisch sprach und der wir zunächst erklärten, wer wir waren und warum wir anriefen. Auch die Kontakt-Mails nannten wir, sie verband uns daraufhin mit einem Kollegen, der uns sagen können sollte, ob jene Mails überhaupt jemals weitergeleitet worden waren.

Wir kamen noch etwa zwei Minuten weit – dann brach die Verbindung ab. Ein erneuter Anruf wurde daraufhin mehrfach nach Eingabe der PLZ abgeblockt. Es gab kein Durchkommen mehr. Wir probierten zwischen den Handys aus, das machte keinen Unterschied. Wir konnten die dänische Polizei nicht mehr anrufen. Bis heute (Stand eine Woche nach dem Einbruch) nicht.

Versicherung bei Einbruch & Diebstahl

Da wir bei der Polizei nicht richtig weiterkamen, versuchten wir es zwischendurch bei der Autoversicherung. Das klappte auch wunderbar, der Schaden wurde aufgenommen und man versprach, sich zu melden. Am nächsten Tag rief ein Gutachter an, der den Schaden begutachten wollte… Der hatte nach Schilderung der Geschehnisse aber schnell begriffen, dass, wenn er keinen Betriebsausflug nach Schweden machen wollte, es zunächst keine Begutachtung geben würde.

Tatsächlich waren sowohl Versicherung, als auch der Gutachter mehr als kulant und verständnisvoll: Wir sollen die Reise nicht abbrechen und einfach im August (Heimatbesuch in Deutschland) nochmal anrufen. Den Schaden dürfen wir sichern, es muss nur jegliche Änderung dokumentiert werden. Ob das Bargeld erstattet werden wird, können wir Stand jetzt noch nicht sagen, aber zumindest gegenüber dem Schaden an der Tür zeigte man sich optimistisch. Lassen wir uns überraschen.

Zum Glück müssen wir keine Schlösser am Wohnmobil austauschen oder Fenster oder gar die Schiebetür. Der vergleichsweise kleine Schaden kann problemlos abgedeckt und gesichert werden und hält so bis August durch, bis ein Fachmann sich dem Fahrzeug annehmen kann. Tatsächlich kann man den Riegel für die Zentralverriegelung hinter der Verkleidung einfach abkoppeln – ein neuerliches Aushebeln ist damit nicht mehr möglich.

Tipps gegen Einbrüche ins Wohnmobil

Was uns bei der ganzen Sache mit am meisten überrascht hat: Die Geschwindigkeit, in der man nicht nur die Tür an unserem Fahrzeug aufgebrochen, sondern auch die gesamte Tat begangen hatte. Direkt darauf folgt die Tatsache, dass man Türen eines 2021er Kastenwagens mal eben so aufbrechen kann – und dass diese Schwachstelle offenbar bekannt ist. An uns war sie vollends vorbeigegangen, daher machten wir uns zur Aufgabe, eine Lösung zu recherchieren und das Problem in die Welt zu tragen.

 

Neben den üblichen Social Media-Beiträgen über den Einbruch an sich erstellten wir einen Video-Blog für unseren YouTube-Kanal. Dieser hat heute (14.6.) einfach schon über 2700 Ansichten bekommen – ein großes Danke dafür!! Wir fanden aber auch eine sinnvolle erschwingliche Lösung für das offenbar weit verbreitete Problem und obendrauf auch noch unsere erste Kooperation.

Camper Protect hat es sich zur Aufgabe gemacht, genau solchen Einbrechern, die bei uns erfolgreich waren, das Leben schwer zu machen: Neben allerhand praktischen Gadgets für Reisemobile und Wohnwagen verkauft der Onlineshop auch sogenannte Prick-Stop-Zubehörteile. Im Grunde handelt es sich um Edelstahlbleche, welche die Schlösser in den Türen „von hinten aus dem Off“ sichern. Sie sitzen unter der Verkleidung unterhalb der Türschlösser und verhindern ein Durchstechen und Aufhebeln. Das Leben kann so einfach sein.

PrickStop Blech zum Schließen der Sicherheitslücke

Natürlich kann man sich nicht hundertprozentig vor Dieben und Kriminellen schützen. Man kann nicht alle Fenster abkleben und Türen verrammeln und schon ist man absolut safe. Das würde man in einer Wohnung auch nicht tun. Man kann sich aber allerhand Zubehör besorgen, um den Faktor Zeit voll auszuspielen. Denn ihr könnt euch merken: Dauert das Reinkommen zu lange, wird der Einbruch meistens aufgegeben. Alles über einen gewissen Zeitraum (bei Wohnungseinbrüchen spricht man von 3 Minuten) erzeugt zu viel Aufmerksamkeit und steigert das Risiko entdeckt zu werden erheblich.

Der Preis für den Diebstahlschutz, den wir uns ausgesucht haben: knapp 200 Euro. Es gibt verschiedene Kategorien von Diebstahlschutz und Sicherheitszubehör, wir haben uns auf Einbrüche konzentriert. In unserem Warenkorb landeten unter anderem besagtes Prick-Stop-Blech, Ketten für die Türen (ähnlich der Schiebekettchen an Haustüren von Früher) und ein Schloss für die Schiebetür. Dieses wird von Außen an der Schiene angebracht, wenn man das Reisemobil verlässt und verhindert, dass man die Türe dann überhaupt noch bewegen kann.

Kette zum Absichern der Fahrerhautüre

Die Tür-Ketten werden von innen angebracht und verhindern einen Einbruch in der Nacht: Die Fahrzeugtüren lassen sich von Außen nicht mehr öffnen. Mehr Zusatzschlösser haben wir erstmal nicht besorgt. Das nun vorhandene Zubehör sollte schon eine große Hilfe darstellen. Zusätzlich haben wir uns noch „Kleinkram“ wie Werkzeug zum Lösen der Türverkleidung und einen AdBlue-Schutz bestellt. Letzterer wird easy am AdBlue-Tankdeckel des Wohnmobil angebracht, der sonst völlig ungeschützt offenliegt.

Sicherung des AdBlue Tanks in Verbindung mit Kraftstofftank

Schwachstelle Fahrerhaustüren

Das Hauptaugenmerk liegt aber doch auf den Fahrerhaustüren. Hier werden die Wohnmobile auf Ducato-, Boxer- und Jumper-Basis am einfachsten aufgebrochen, da es hierfür kaum Aufwand bedarf. Bei unserer Recherche haben wir von vielen Fällen gelesen, wo diese Schwachstelle genutzt wurde.

Einstich unterhalb des Schloss der Fahrertür

Wie gesagt, unsere Tipps sollen für mehr Schutz vor Diebstählen und Einbrüchen sorgen und keine Panik verbreiten. Fangt mit den Infos an, was immer ihr möchtet: Lernt aus unseren Fehlern, ignoriert alles oder gebt die Tipps zum Einbruchschutz am Wohnmobil an eure Freunde weiter. Wir haben aus all den Informationen viel gelernt und den Preis für unsere Nachlässigkeit in Form eines super dreisten und unnötigen Einbruchs bezahlt – da waren Zubehör und Einbruchschutz schon jeden Euro wert.

Unser Ziel ist es auch nicht, die Best-Practise-Rundumlösung zu bieten. Für den Anfang reicht es uns schon, wenn wir es den dreisten Dieben so schwer wie möglich machen und den Schutz allgemein sowie den Einbruchschutz in und an Reisemobilen fördern können. Wenn wir mit unseren Erfahrungen schon fünf Leuten zu besserem Einbruchschutz verhelfen können, haben wir viel gewonnen. Das Türen-Problem aus unserem Diebstahl betrifft allein schon die Modelle Peugeot Boxer, Citroen Jumper und Fiat Ducato.

Unser Fazit zum mangelnden Einbruchschutz am Wohnmobil

Zusätzlich zu den genannten negativen Überraschungen im Bezug auf den Schutz – beziehungsweise mangelhaften Schutz – am Wohnmobil hat uns vor allem überrascht, dass selbst der Hersteller und Händler mit keinem Wort erwähnten, dass solch ein Problem besteht. Dabei wäre es ein leichtes gewesen, beim Kauf des Wohnmobils darauf hinzuweisen. Und so auch zusätzlich noch Türsicherungen oder gar eine Alarmanlage zu verkaufen.

Wir hätten uns aber auch von uns selber gewünscht, dass wir das Thema Einbruchschutz mehr auf dem Schirm gehabt hätten. Sicherheit im Wohnmobil spielt eine große Rolle und sollte – gerade wenn man wie wir im Fahrzeug lebt und arbeitet – immer Prio 1 haben. Was gibt es zum Thema Einbruchschutz noch zu sagen? Rückblickend ist das gekaufte Zubehör mit knapp 200 Euro billiger als der vorher entstandene finanzielle Ärger – allein das Herumsuchen und kommunizieren mit sämtlichen Institutionen ist das Geld schon wert.

Es kommt nicht auf das Wohnmobil an

Kasimir auf einem Stellplatz in Italien
Hans vor der Haustür in Siegen

Egal ob altes Fahrzeug oder neues, egal ob Freistehen in der Natur oder gerammelt voller Campingplatz – überall da, wo Menschen sind, kann es bei mangelndem Schutz zu Diebstählen und Einbrüchen kommen. Manche Städte und Länder sind dafür besonders begehrt, Reisen mit dem Wohnmobil ist dennoch eine der sichersten Reisearten. Nicht jeder, der reist, wird Opfer eines Einbruchs. Genauso wie nicht jeder auf Reisen mit Pannen gestraft wird. Dennoch sollte man immer eine Alarmanlage haben – diese werden wir bei uns ebenfalls noch nachrüsten – oder wenigstens ein Mindestmaß an Sicherheitsvorkehrungen treffen.

Handy, GPS-Tracker mit SIM Karte, Alarmanlage, Einbruchschutz – die Liste der Sicherheitsmaßnahmen kann beliebig weitergeführt werden. Wir möchten euch mit unserem Artikel unsere Erfahrungen teilen und Tipps geben, wie wir das Problem der mangelnden WoMo Sicherheit im Wohnmobil für uns gelöst haben. Kriminelle gibt es leider überall und man kann noch so viele Zusatzschlösser am Reisemobil anbringen – wenn die kriminelle Person einbrechen möchte, wird sie einbrechen. Wir können jedoch dafür sorgen, dass jeder zumindest von dem Problem gehört hat und sich so ein Stück und mit wenig Aufwand um seine eigene Sicherheit bemühen kann.

Damit der Urlaub nicht zum Schockmoment wird und die lang erwartete Reise im Wohnmobil nicht zum Desaster. Teilt gerne den Inhalt unseres Artikels oder die Videos zum Thema Sicherheit und Einbruchschutz im Reisemobil mit euren Freunden oder Menschen, von denen ihr glaubt, dass sie diese Informationen kennen müssen.

Bei Fragen könnt ihr euch sehr gerne immer an uns wenden. Wir danken euch für euren Besuch und euer Feedback! Viel Spaß auf euren Reisen oder im Urlaub!

Stay safe – Vera & Tim



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